Sind wir datenschutzverrückt?

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In den letzten Jahren hat der Andrang nach Datenschutz stark zugenommen. Insgesamt wurde dieses Thema sehr stark durch das Internet geprägt, da es hier so wichtig ist wie sonst kaum irgendwo. Doch wo stehen wir eigentlich und ist es nicht so, dass wir datenschutzverrückt sind?

Immer wieder gibt es tausende und abertausende Menschen, die sich über die Machenschaften einiger Firmen aufregen, sei es z.B. Microsoft mit dem angeblichen Senden vieler Daten über die Systemnutzung oder sei es Google mit seiner "Sucht", jeden Benutzer analysieren zu wollen. Diese Liste kann noch beliebig weitergeführt werden, doch ich belasse es hier einmal mit diesen bekannten Beispielen.

Es ist definitiv so, dass sich sofort viele auf Datenlecks und ähnliches werfen, sie warten praktisch nur darauf, dass sie etwas kritisieren können, das in Richtung Datenschutz geht. Es scheint so, als wenn diese Menschen nichts anderes zu tun haben, doch darf man auch ihre Ansicht nicht vergessen. Sie versuchen mit aller Macht, jeden zu schützen, egal ob es jemand ist, der von Datenschutz nichts weiß oder jemand, dem es total egal ist. Im Grunde setzen sie sich für alles und jeden ein und erhalten oftmals nicht viel Lob, eher viel Kritik.

Sieht man es jedoch realistisch, dann muss man sich fragen, ob es wirklich etwas bringt, sich dafür einzusetzen. Fakt ist, zwar weiß z.B. Google, woher man kommt, was man sucht und wenn man mehrere Daten freiwillig angibt, auch noch mehr, im Grunde aber nicht viel. Sie nutzen es für Marktforschung und ähnlichem, sollte etwas anderes mit diesen Daten gemacht werden, so hätte man es sicherlich schon längst herausgefunden.
Zudem ist die Frage: Was sagt eine IP-Adresse wirklich aus? Zum einen bezieht sie sich für alle Zielserver nur auf den Verteiler, in meinem Falle ist dieser über 30 km von mir entfernt und somit für den Zielserver auch nicht zurückzuverfolgen. Somit weiß Google in diesem Beispiel nur etwas über die Region, in der man sich befindet und kann diese analysieren, doch niemanden direkt.

Auch bei einem Windows-System gibt man normalerweise keine persönlichen Daten an, bei der Installation lediglich ein Benutzerkonto, einen Computernamen und eventuell noch einen CD-Key, das war es. Ausgespäht werden Daten sicher nicht, die persönliche Inhalte aufweisen, denn auch dann wäre das schon längst ans Licht gekommen, da es sicherlich Menschen gibt, die all ihren Traffic mitloggen lassen und das sofort herausfänden.

Für mich ist dieser ganze "Hype" rund um Datenschutz, vor allem bei solch großen Firmen, mehr als fragwürdig. Ich gestehe, sie sammeln sicher Daten und nutzen diese auch, doch ich glaube auch, dass sie das nur für ihre Marktforschungen tun und nicht, um die Weltbevölkerung zu analysieren, was, wie ich auch sagte, gar nicht genauestens möglich wäre.
Außerdem müssten sie immer damit rechnen, dass diese Statistiken gefälscht werden, von daher können sie sich nie sicher sein.

Ich möchte es niemandem streitig machen, wenn er auf seine Daten viel Wert legt, doch finde ich, man sollte sich überlegen, ob man es denn nicht übertreibt mit allen möglichen Anonymisierungsprogrammen usw...
Über den Autor
Ich bin Webentwickler in Stuttgart und administriere Server seit vielen Jahren. In diesem Blog erstelle ich hauptsächlich Tutorials für andere Webentwickler, Webdesigner und Serveradministratoren.
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I’m a web developer in Stuttgart, Germany, and server administrator since many years. This blog mainly contains a tutorial set for other web developer, web designer and server administrators.

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Kommentare 4

  • Black Rider -

    Das ist dann ja wieder etwas anderes, denn ich rede von dem, was jetzt passiert. Wie es in ein paar Jahren aussieht, kann niemand voraussagen, deshalb rede ich von dem jetzigen "Hype", den ich teilweise zu extrem finde.
    Vielleicht sehe ich es selbst sogar bald schon anders, das kann man nie wissen...

  • trunk_rc -

    Nur für's Protokoll : Es ist deine Meinung und diese respektiere ich als solches. Mein Kommentar ist als Anregung / Anmerkung zu verstehen gewesen ...

    Um es anders zu formulieren :
    In der Welt die wir heute erschaffen müssen unsere Kinder eines Tages leben.

    ... und wer weiß was in 10 oder 20 Jahren ist.

  • Black Rider -

    Du weißt aber schon, dass alleine Name, Adresse, Telefonnummer und ähnliches persönliche Daten sind? Die habe ich hier selbst auch schon im Impressum stehen und das wird auch reichen. Ein Foto von mir gibt es bei Twitter, Geburtsdatum in meinem Profil.
    Dazu gibt es bei einer Bestellung im Kundenbereich noch meine Kontodaten, falls man per Vorkasse bezahlt.

    Ich gebe viele persönliche Daten von mir an und ja, es ist von mir ernst gemeint. Wenn du einer anderen Meinung bist, okay. Aber das ist meine Meinung zu diesem Thema und entweder man respektiert sie oder auch nicht ;)

  • trunk_rc -

    Hallo,
    für dich ist dieser "Hype" mehr als fragwürdig und man solle sich mal überlegen ob man es mit dem Schutz der eigenen Daten nicht übertreibt ? Wenn dass tatsächlich von Dir ernst gemeint ist, dann starte doch eine Gegeninitiative und stell Foto, Geburtsdatum, Krankenakte, Bonitätsauskünfte, Lebenslauf, Personalausweiskopien, Kontodaten doch öffentlich einsehbar auf deine Seite. Geh mit bestem Beispiel voran oder war das jetzt nur für alle anderen außer dir selbst ?